Wahrnehmung: Der unterschätzte Performance-Faktor
Shownotes
Im Training konzentrieren wir uns oft auf das, was sichtbar und messbar ist: Sätze, Wiederholungen, Gewichte, Zeiten, Pace oder Leistung. Doch bevor unser Körper Output produziert, sammelt unser Nervensystem ständig Informationen. Diese Wahrnehmung beeinflusst, wie sicher, effizient und kraftvoll wir uns bewegen. In dieser Folge schauen wir uns an, warum Sensorik und Körperwahrnehmung eine wichtige Grundlage für Bewegung, Training und Performance sind. Es geht darum, welche Inputs uns zur Verfügung stehen, warum langsame Bewegungen und Aufmerksamkeit beim Lernen so wertvoll sind und weshalb wir gerade nach Schmerzen oder Verletzungen nicht nur Kraft und Belastbarkeit, sondern auch Vertrauen und Wahrnehmung wieder aufbauen sollten. Denn manchmal ist der nächste Schritt nicht härter zu trainieren, sondern genauer wahrzunehmen.
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00:00:03: Herzlich willkommen zum Bewegungs- und Performance Podcast.
00:00:07: Dein Podcast für geschmeidigere Bewegungen, mehr Körperbewusstsein und verbesserte Performance.
00:00:13: Mein Name ist Lars Habermacher und ich freue mich, dich heute dabei zu haben!
00:00:18: Im Sport geht es eigentlich immer um Leistung.
00:00:20: Wie schnell war jemand im Ziel?
00:00:22: Wie hoch ist jemand gesprungen?
00:00:24: Wie viel Kraft hat jemand gehabt?
00:00:26: Und ganz viele andere Beispiele... orientieren wir uns oftmals auch an diesen Sachen.
00:00:31: Wir orientieren uns an Anzahlsetzen, an Anzahlen wiederholen und am Gewicht, das jemand bewegt hat je nachdem was für eine Zeit wie lange er hatte, welche Pässe er fahre oder rennt.
00:00:44: Und das alles im Beispiel, die zeigt wie wichtig diese Leistung ist.
00:00:48: Das ist aber nur sichtbarer Resultat, der am Schluss eigentlich daraus entsteht.
00:00:53: Und heute, die Frage der Volks soll sein was passiert eigentlich bevor den Outputsstand kommt.
00:00:59: Weil bevor dein Körper Leistung bringt muss das Nervensystem Informationen sammeln und die interpretieren und erst nachher entsteht ein Output aus dem.
00:01:08: Das Nervenystem entscheidet auf Basis von Informationen um diese Informationen zu kommen aber auch von Erfahrungen aus der Vergangenheit und je nachdem was wir erlebt haben so versuche ich dieses Hirn immer bessere Informationen zu bekommen und genauere Vorhersage zu machen, was am Schluss passieren soll.
00:01:28: Je klarer das Bild für dein Körper ist, desto besser kann dein Körper und deine Hirn die Bewegung auch organisieren und steuern.
00:01:35: Wenn du einen schlechten oder unklaren Input hast, dann führt es zum Schutz.
00:01:40: Der Schutz äußert sich in Spanien, in Unsicherheiten oder je nachdem auch in Schmerzen.
00:01:45: Und gerade nach Verletzungen ist dieses System Insbesondere das Nervensystem.
00:01:50: Oftmals vorsichtiger und wollte ich natürlich vor den Schmerzen bewahren, was immer wieder dazu führt dass dein System sagt hey pass doch auf bis Vorsichtig weiss noch das letzte mal hätt ihr das wehtut wenn du es gemacht hast.
00:02:02: Und das sind v.a.
00:02:03: Erfahrungen die auch abgespeichert sind oder?
00:02:05: Du kannst dir das so vorstellen wenn du ein Glas Wasser willst trinken und jetzt tauscht jemand ohne dass du gemerktest das Glas Wasser durchwollt kann aus.
00:02:14: Du nimmst einen Schluck von diesem Wodka, verschrickst, zuckst zusammen und bist in einem ersten Moment mal schockiert.
00:02:20: Und auch wenn das nachher vorbei ist was dazu wird führen oder zu etwas das führt ist wenn du zum nächsten Mal ein Glas Wasser vor dir hast wirst du dich daran erinnern dass das letzte Mal Wodka drin war und wirst wahrscheinlich zuerst an deinem Glas schmecken bevor du einen Schlück Wasser nimmest.
00:02:36: Das wirst Du noch ein paar Mal so machen bis du irgendwann wieder genug Vertrauen gefasst hast dir sicher bist, da ist Wasser drin und du nicht mehr die Vermutung hast oder dich hier nicht mehr diese Erinnerungen an den Wodka so stark präsent hat.
00:02:50: Und je nachdem wie stark oder auch so ein bisschen wie dramatisch das Erlebnis war kann es eben sehr lang gehen oder es kann kürzer gehen bis man es wieder vergessen hat oder bis es so ein wenig Hintergrund geraten ist.
00:03:02: Aber der Output, das ist das was wir gesehen haben.
00:03:06: Der Input ist das, was auf dieses Nervensystem entscheidend gebaut wird.
00:03:10: Man kann verschiedene Arten von Inputs.
00:03:12: Ich habe zum Beispiel die Erinnerung erwähnt oder das Gedächtnis, wo ein Art von In putt ist.
00:03:17: Wir haben aber auch unsere Sinne, die uns immer wieder direkte Informationen zu unserer Umwelt geben.
00:03:23: Wir hatten unsere Augen zum Schauen und wir hatten vor allem Orientierung im Raum.
00:03:29: unseres Gleichgewichtsorganes im Innenohr, aber auch die Propreozeption, welche natürlich viel aufs Gleichgewicht mit einbezieht.
00:03:37: Wo sind meine Gelenke?
00:03:38: Wie bewegt sich mein Körper?
00:03:39: Wir haben unseren Taschenzimmer, wir haben Druckrezeptoren in der Haut, wo zum Beispiel den Bodenkontakt Griff und Kontaktfläche können messen.
00:03:47: Und wir haben unsere Interozeptionen also alles was uns dem Körper vorgeht, unser Atmung, unser Herzschlag, Spanien, Müdigkeit, Stress... Wir könnten das alles spüren!
00:03:58: Wir können aber auch loslassen, was um uns passiert.
00:04:01: Wir haben ein Gefühl für Rhythmus und für Timing.
00:04:04: Wir hören die Grüschen von Bewegungen, wir hören den Grüsch unserer Umwelt.
00:04:08: Und all diese Informationen nimmt unser Nervensystem eigentlich permanent wahr und gibt es aber nur diejenigen, die für uns in diesem Moment wichtig sind.
00:04:15: Wir müssen nicht alles gleichzeitig wahrnehmen.
00:04:18: Aber wir könnten die verschiedenen Kanäle nutzen.
00:04:20: zum unseres Bewegungsbildes für Vollständigen.
00:04:24: Wenn ich sage, dass wir nicht alles wahrnehmen müssen... Dann haben wir hier eben auch Muster.
00:04:28: Wir, die gesunde Augen haben und sehen, verlassen uns sehr oft auf unsere Augen zu schauen.
00:04:37: Wir suchen dort Sicherheit.
00:04:39: Was heisst das, dass wir tendenziell die anderen ein bisschen unterschätzen?
00:04:43: Oder wir nutzen nicht den vollen Potenzial, was die Sinne uns bieten würde.
00:04:47: Ich finde es darum immer wieder eindrücklich wenn man Leute sieht, die sehbehindert oder blind sind wie gut sie sich in einem Raum orientieren können oder auch an einem Ort, wo viele Leute ohne etwas gesehen sind.
00:04:59: Das zeigt immer wieder wie viel unsere andere Sinn eigentlich in der Lage wäre zu leisten, wenn wir uns nicht so stark auf die Augen konzentrieren würden.
00:05:07: Und jetzt auch hier wieder – das heisst nicht, dass wir, wenn man unsere Augen benutzen könnte, sie nicht benutzen sollen!
00:05:12: Aber vielleicht könnten wir über die anderen Sinne Informationen sammeln, die uns helfen können um unseren Sportarten besser werden und trotzdem unsere Augen dann brauchen, wenn es sinnvoll ist oder zusätzlich zu den anderen Sinn brauchen.
00:05:25: Nach Verletzungen konzentrieren wir uns sehr oft auf die Strukturen und Kraft.
00:05:32: Und auch wieder den Output.
00:05:35: Das ist wichtig, aber es ist nicht alles.
00:05:38: Denn die Inputs können verändert oder unsichert sein.
00:05:43: Der Körper schützt dich in diesen Situationen ... genau kann einschätzen, was auf ihn zukommt.
00:05:48: Wenn eigentlich die Vorhersage der Körper macht nicht übereinstimmt mit dem, was den Output ist, dann gibt es ein Störgefühl in einem drin und das Stör gefühlt können wir eigentlich wahrnehmen.
00:05:58: Oft werden wir aber dazu trainiert, dass wir über das Stöhrgefühl ausgehen über den Schmerz ausgehen, das Ganze nicht so klar wahrzunehmen.
00:06:10: Irgendwann wird sich der Körper auch an das anpassen und die Hirn werden sagen ja jetzt sind wir zehnmal über den Punkt ausgegangen.
00:06:16: also wenn du das unbedingt willst dann wird es okay sein und es wird vielleicht nicht mehr ganz so klar... angehen oder aufzeigen, was eigentlich da wäre.
00:06:25: Wenn wir aber auch dann wieder nachlosen würden, gibt es immer wieder Hinweise, die zeigen, dass es trotzdem noch hier ist.
00:06:30: und wie eingangs erwähnt das kann Schmerz sein, das kann eine Spannung sein, ein Ausweichbewegungen sein oder eben einen Leistungsverlust.
00:06:39: Vielleicht ist nicht nur mehr Struktur das Problem sondern auch Vertrauen in die Informationen, wo dieses System bekommt.
00:06:47: Wenn mir jetzt aber das ganze Wend verbessert... und sagen, wir wollen unsere Wahrnehmung verbessern.
00:06:53: Wir wollen mehr Informationen sammeln durch unseren Sinn.
00:06:56: Dann ist es am Limit – also wenn wir unter Druck sind, wenn wir extreme Leistungen vollbringen wollen – zu wenig Zeit für die Wahrnehrung.
00:07:04: Es ist nicht nur zu wenig zeit eigentlich, sondern es gibt auch zu wenig Raum hier.
00:07:08: Weil bei der höchsten Intensität erzählt das Durchkost leisten, vielleicht auskompensieren und vielleicht ist das auch so ein überlebendes Drang, der in ihnen kommt.
00:07:19: In einem Extremfall.
00:07:21: Aber wenn wir etwas Neues lernen wollen dann brauchen wir Sicherheit.
00:07:24: Wir brauchen Sicherheit, Zeit und Aufmerksamkeit Und für das eignet sich langsame Bewegungen viel besser als schnelle Bewegung.
00:07:35: Die machen viel mehr Detail sichtbar.
00:07:37: Vor allem geben sie dir auch die Zeit um diese Details zu spüren Weil unsere Sinn sind meistens nicht so schnell.
00:07:42: Also sie werden schneller je besser dass wir drin werden sie zu nutzen.
00:07:47: aber Gerade am Anfang sind wir oftmals überfordert, wenn wir die Bewegungen zu schnell machen und zu viel Informationen auf unser Nervensystem kommen.
00:07:55: So dass wir dann wieder zurückgehen in diese Muster, die wir haben.
00:07:58: Und wenn man vorhin davon kennt, dann halt wieder vor allem auf unsere Augen zurückgreifen und vergessen was sonst alles rund umdraht ist.
00:08:06: Eigentlich ist das auch ein Training oder ein Üben, wo da eigentlich stattfindet.
00:08:11: Wenn ich immer nur am Limit trainieren, dann trainiere ich sehr stark mein Output Aber nicht unbedingt meine Wahrnehmung dabei.
00:08:19: Wenn du hier zwei, drei Beispiele möchtest, hast du
00:08:22: z.B.,
00:08:23: wenn der Fuss umknickt ist – so klassische Sprunggelenkverletzungen, die im Sport leider sehr viel vorkommen.
00:08:31: Nach dem Umknicken heisst es, dass du nicht nur ein Waden hebt, deine Wadenmuskulatur trainieren und an diesem Kraft-Output arbeiten, sondern auch an der Wahrnehmung.
00:08:42: Wie ist dein Bodenkontakt?
00:08:43: Wie ist deine Druckverteilung?
00:08:45: Wie hast du das Gleichgewicht?
00:08:47: Wo hast du dein Gewicht auf dem Fuss?
00:08:48: Ist es vorne oder hinten?
00:08:50: Wie vertraut fühlt sich dein Fuss am Boden an?
00:08:52: Gibt es hier einen Unterschied zwischen rechts und links?
00:08:54: Also es geht nicht nur um ein Gewicht oder eine Tüfe, sondern es geht auch darum mehr wahrzunehmen.
00:09:00: Das kann weitergehen als über den Fuss aus.
00:09:02: also wie atmest du?
00:09:04: hörst du auf, schnaufen wenn du auf dem Fuss stehst.
00:09:07: Wo spannst du vielleicht zusätzlich an?
00:09:08: Auch das ist ganz interessant.
00:09:10: nach Verletzungen wie man plötzlich anfängt die Hüfte anspannen oder wie sich der Rumpf oder den Bauch anschpannend je nachdem in einer Position wo dein Fuss befindet was macht dein Knie und so weiter und da gibt es ganz viele Sachen.
00:09:22: wenn du das dann weiter nimmst zb ins Jogger oder ins Sprinter Nicht nur die Phase ist entscheidend, also wie schnell du rennen kannst.
00:09:30: Sondern auch wenn es dein Rhythmus und Bodenkontakt ist.
00:09:33: Auch hier wirst du atmen.
00:09:34: Es gibt Unterschiede zwischen rechts und links, wie lange deine Schritte länger sind.
00:09:38: Es gab tausende Sachen, auf denen du dich konzentrieren könntest.
00:09:41: Und mit jedem Mal, wenn du dich für etwas anderes konzentrierst, würdest du neue Informationen sammeln, welche am Schluss für diese Bewegung helfen.
00:09:48: Wenn du das vergesst bist nach diesen Verletzungen kann es sein, dass du dir da irgendwelche Muster anregnest, die dann eben unbekannt bleiben oder... die du nicht mehr spürst.
00:09:57: Und diese werden früher oder später wahrscheinlich zu Problem führen.
00:10:02: Schöne an dem Ganzen ist, dass es funktioniert für jede Bewegung, die du dir vorstellen kannst und ich möchte dazu einladen, dass du dich selbst einmal eine Bewegung suchst um die Auswahl, das Tempo massiv reduzierst und das wirklich in Zeitlupe machst.
00:10:18: Dir einen sensorischen Kanal auswählst, wo du willst beobachten und dann einfach nur wahrzunehmen was da passiert also beispielsweise Wenn du zum nächsten Mal Gas spazierst, einfach nur den Bodenkontakt von deinem linken Fuss für einen Moment spüren.
00:10:33: Und dann wächstest du mal auf der rechten Fuss und du wirst wahrscheinlich schon irgendetwas Spannendes daraus mitnehmen können.
00:10:39: Auch hier wirst du wahrscheinlich auch anfangen Theorie erstellen und wirst versuchen das irgendwie zu bewerten weil es ist besser oder schlechter.
00:10:47: Das würde aber wie ein Schritt zu weit gehen, denn es geht nur darum wahrzunehmen Inputs oder die Sensorik eben zu verbessern.
00:10:54: Es geht nicht um die Performance, sondern es geht darum, dein Nervensystem klarere Informationen zu geben und dann braucht's auch ein bisschen Vertrauen dass das Nervenystem sehr intelligent ist ohne dass du viel dazu musst beitragen und eigentlich weiss was du machst damit sich das verändert.
00:11:13: Zum Schluss Ganz kurz zusammengefasst, also der Output bleibt natürlich wichtig.
00:11:17: Gerade im Sport die Leistung ist das entscheidend und an dem werden Athleten in den Schluss gemessen.
00:11:23: Aber der Input ist Grundlage für diese Leistung.
00:11:26: Und eine bessere Wahrnehmung, einen besseren Input kann am Schluss eine besserte Bewegung ermöglichen.
00:11:32: Und gerade bei Schmerzen, Verletzungen... oder auch bei Einschränkungen der Performance, sondern eine Verbesserung dieser Führung.
00:11:39: Und vielleicht ist dein nächster Schritt nicht härter zu trainieren, sondern genauer wahrzunehmen was dann eigentlich hier in dir vorgeht beim Trainieren und bei deinen anderen Bewegungen im Alltag.
00:11:50: Ich hoffe du hast etwas Spannendes mitnehmen können heute und wenn du Fragen zu diesem Thema hast, dann darfst du mich natürlich jederzeit auf Instagram oder an einem Kanal schreiben.
00:11:59: Ich danke dir dass du heute bis am Schluss zugelostest und freue mich wenn du auch nächste Woche wieder dabei bist!
00:12:04: Macht's gut und bis bald!
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