EMS-Training: Muskel an, Gehirn aus?
Shownotes
EMS sorgt für intensive Muskelkontraktionen – aber ist das wirklich mit aktivem Training vergleichbar? In dieser Folge schauen wir uns an, wo Elektromyostimulation sinnvoll sein kann, insbesondere nach Verletzungen und in der Rehabilitation.
Gleichzeitig geht es um die Frage, was beim EMS im Nervensystem anders passiert und warum Muskelaktivität und Muskelmasse nicht automatisch funktionelle Bewegung bedeuten. Ausserdem zeige ich dir, wie EMS als Feedback-Tool genutzt werden kann, um Muskelaktivierung besser wahrzunehmen und wieder selbst zu steuern.
Mein Fazit: EMS kann ein wertvolles Werkzeug sein, aber kein Ersatz für qualitativ hochwertiges, aktives Training.
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00:00:03: Herzlich willkommen zum Bewegungs- und Performance Podcast.
00:00:07: Dein Podcast für geschmeidigere Bewegungen, mehr Körperbewusstsein und verbesserte Performance.
00:00:13: Mein Name ist Lars Habermacher und ich freue mich heute dabei zu haben.
00:00:18: EMS Training kämpft man aus der Reha, aus Fitnessstudios und vor allem auch aus der Werbung.
00:00:23: Ems steht dabei für Elektro-, Muskelstimulation oder Elektromyostimulation.
00:00:29: Das Versprechen dabei ist oft, dass wir viel Muskelaktivität mit wenig Aufwand bekommen.
00:00:35: Und das sieht man voraus auch – der Muskel kontrahiert sichtbar!
00:00:39: Viele Leute denken dadurch auch, dass es ein gutes Training ist und das Beste.
00:00:43: daran muss man selber gar nicht so viel machen.
00:00:46: Die Frage für mich ist aber nicht was gewinnen wir hier dabei sondern was verlieren wir wenn ein externes Gerät den Strom einen Teil dieser Aktivierung übernimmt?
00:00:56: Training bedeutet für mich mehr als Muskelmasse und Muskelkontraktion.
00:01:01: Das hat eigentlich noch einen ganz wichtigen Teil, den wir hier vielleicht verpassen können.
00:01:06: Um das genauer zu beurteilen, müssen wir zuerst mal anschauen was normalerweise passiert wenn wir ein Muskel bewusst anspannen.
00:01:13: Wenn wir den Muskel anspennen dann kommt der Signal von unserem Hirn, genauer gesagt vom Motor Cortex zu unserem Rückenmark.
00:01:21: Das sind absteigende Signale, die wir als Strom messen können.
00:01:26: Die gehen ins Rückenmarkt und von dort auf die Motoneuronen treffen diese Motoneuren weiter auf den peripheren Nerven.
00:01:33: Und das führt dann natürlich am Schluss bei einem muskulären Zuckung oder je nachdem ein genügend Signal kommt zur sogenannten tetanischen Anspannung.
00:01:44: Unter einer tetanische Anspanne Unter der tetanischen Kontraktion verstömmen wir eine Kontraktion, die lang anhaltend ist.
00:01:52: Über eine längere Zeit kann eine Kraft erbringen, sodass ein Muskel sich verkürzt oder je nachdem auch verkrampft.
00:01:58: Gleichzeitig passiert aber noch viel mehr.
00:02:01: Es kommen immer auch sensorische Informationen zurück.
00:02:04: Sobald sich die Länge von einem Muskel verändern, gibt es einen sensorischen Signal, das aufsteigend ist zum Hirnen Und dieses Hirn ist dann die ganze Zeit eigentlich am Abschätzen.
00:02:14: Wie viel Spannung habe ich?
00:02:15: Wo befindet sich mein Gelenk, wieviel Kraft brauche ich?
00:02:18: Hat diese Bewegung funktioniert und passt aufgrund von diesem immer wieder innerhalb von Millisekunden an was wir als nächstes machen müssen.
00:02:26: Also unser Hirn einfach so ein Feedback oder jede Bewegung ist ein Feed-Backmechanismus wo das Hirn halt zentrale ist.
00:02:34: Wichtig dabei ist... dass Bewegung eben kein Einbahnstrasse vom Hirn zum Muskel, sondern einen permanenten Kreislauf aus Steuern, Gespüren anpassen lernen ist.
00:02:46: Wenn wir jetzt Elektroden nehmen und einfach einen elektrischen Reiz perifer setzen, also dass man wieso den Teil des Zentrallnerversystems von der Steuerung vom Hirnen umgeht und nachher eigentlich die Kontraktion über den Peripherrinerv durch Strom ersetzt passiert etwas anderes.
00:03:06: Die motorische Nervenfasere werden zwar trotzdem stimuliert und der Muskel kann kontrahieren, aber ohne dass die Kontraktion primär durch mein willendlichem motorischen Befehl entstanden ist.
00:03:18: Darum können wir nicht sagen das EMS, also das Elektromuskul-Stimulationstraining um den Gatsnervesystem sondern es ist einfach ein Teil von der normalen willendlichen Ansteuerung, die nicht benötigt wird.
00:03:30: Trotzdem erzeugt EMS Training einen sensorischen Input und wir spüren die Kontraktion, Spanien- und Bewegung.
00:03:38: Und das Nervensystem bleibt beteiligt.
00:03:41: Die Schlüsselfrage ist jetzt eigentlich, ob diese Kontraktion von außen ausgelöst wird oder wie wenn ich sie selber organisieren muss?
00:03:49: Die Antwort darauf ist, nein, die Anforderungen sind unterschiedlich!
00:03:54: Das heisst aber nicht, dass EMS Training überhaupt keinen Nutzen hat.
00:03:58: Ich möchte später noch darauf eingehen was aus meiner Sicht eher problematisch ist.
00:04:02: am ganzen Aber die positive Effekte vom EMS-Training haben wir an aller Stärksten in der EHFL gerade direkt nach Operationen oder Verletzungen wo man immobil ist und sich nicht selber bewegen kann.
00:04:16: Dann kann der Muskel trotzdem besser belastet werden, weil eben selber nicht genug Belastung auf den Muskel gebracht wird.
00:04:24: Das würde zu führen, dass wir sehr viel Muskelmassen verlieren.
00:04:27: Und da kann das EMS-Training spannend sein, weil man dem Muskel nachher eigentlich stimulieren könnte und der Muskel vielleicht weniger an Massen verliert als wenn man gar keinen Training machen könnte.
00:04:39: Es kann aber Schwierigkeiten geben, nachher dieser Muskel wieder gezielt anzusteuern.
00:04:45: Das ist ein Punkt, das ja etwas kritisch könnte sein.
00:04:49: Das deckt sich auch mit gewissen wissenschaftlichen Erkenntnissen, wo gezeigt wurde, dass die Verbesserung der Struktur – also den Erhalt der Muskelmassen – sich nicht zur Wansläufe eines zu einem auf Kraft oder auf die funktionelle Bewegung wie zum Beispiel laufen kann übertragen.
00:05:04: Darum ist EMS-Training mehr als Brug für aktive Trainings gesehen und sicherlich nicht als Endprodukt.
00:05:11: Besonders spannend finde ich EMS-Training auch, wenn man das als Feedback nutzt.
00:05:15: Wir nehmen wir als Beispiel der Quadriceps der vordere Oberschenkelmuskul nach einer Knieverletzung.
00:05:21: Nach einer Knieverletzung ist man oft immobil und kann das Knühen nicht bügen oder richtig strecken.
00:05:26: Und das EMS kann eine starke Kontraktion auslösen.
00:05:30: Spannend wird es jetzt, wenn die Patient oder allgemein diese Person dazu anleitet, die Kontraktion zu beobachten und sie zu spüren.
00:05:38: Weil was dabei rauskommt dass man lernt, so kann sich eine kräftige Quadrezeptskontraktion anfühlen und so spüren wir die.
00:05:48: Und die Idee wäre, dass man nach und nach lernt das Bewusst selber zu erzeugen und später mit Bewegung kombinieren.
00:05:55: Also dass man das eigentlich wie eine Progression macht in der Reha von passiver Leben zu aktiv mitarbeiten weiter zu selber erzeugt und nachher in Bewegung integrieren.
00:06:07: Das finde ich... Ein sehr interessanter Weg, der wahrscheinlich auch in einer Reha genug Zeit für hier ist und man das durchaus ergänzt könnte zu anderen Therapieformen mitnehmen.
00:06:18: So kommt man nämlich auch weg von dem Gedanken, dass Geräte trainiert mein Muskel, sodass Gerät hilft mir dabei, meinen Muskel wieder wahrzunehmen und selber anzusteuern.
00:06:27: Und das sind für mich zwei komplett unterschiedliche Paar Schuhe.
00:06:30: Kritisch wird es für mich dann, wenn man EMS-Training als Wundermittel anschaut und als Ersatz zu Training.
00:06:35: Also alle, die euch vorgeaukelt sind, man muss nachher nicht mehr trainieren oder man kann das Trainings, wo wir ich sage jetzt irgendetwas anstatt in zwei Stunden innerhalb von zwanzig Minuten machen.
00:06:46: da wäre ich extrem skeptisch weil immer wenn sie irgendwo einen Shortcut gibt, wird auch irgendwo etwas verloren gehen.
00:06:52: Und in diesem Fall vom EMS Training ist das einfach... Vor allem die Bewegung, die von unserem Hirn gestürzt wird.
00:06:59: Also der motorische Aspekt des absteigenden Signals, das umgehen wird und für die Bewegungsstörung mindestens so wichtig ist wie den sensorischen Teil.
00:07:10: Wenn das Training auf die Muskelmasse und Kontraktionsstärke ausgeleitet wird, dann verpasst man aus meiner Sicht ein grosses Teil der Bewegung.
00:07:18: Alles was mit Koordinationen, Timing, Kraftosierungen, Wahrnehmung, Anpassung an die Umwelt und motorischem Lernen zu tun hat – für das ist EMS-Training sicher nicht geeignet.
00:07:30: Wenn wir jetzt wieder beim Sport sind, dann ist das wahrscheinlich der grösste Teil des Sportes und der grössste Teil vom Athletik-Training, wo uns hilft um im Sport besser werden.
00:07:39: Und eben nicht rein die Muskelmassen oder die Kontraktionsstärke.
00:07:43: Zusammengefasst können wir auch sagen den grössten Nachteil von EMS ist für mich gar nicht unbedingt EMS selber sondern die Vorstellung dass eine Muskelkontraktion schon ein gutes Bewegungstraining ist.
00:07:55: Das sagt eigentlich schon alles darüber aus was es bringt doch noch weiter trainieren und selbstständig als ich arbeiten.
00:08:02: Wenn mich das Thema interessiert hat, und du überkennst, wo das Thema auch wirklich cool findet, dann leid doch die Podcastfolge gleich weiter!
00:08:09: Und ich freue mich natürlich immer auf Apple Podcasts oder Spotify über fünf Stellenbewertungen.
00:08:15: Ich danke dir, dass du heute bis zum Schluss zugelassen hast.
00:08:18: Wünsch dir eine gute Woche – und bis bald!
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