Muss ich wirklich alles optimieren?

Shownotes

Hast du manchmal das Gefühl, noch mehr für deine Leistung und Gesundheit tun zu müssen? In dieser Folge geht es um den Drang, alles zu optimieren, und die Frage, wie wir mit den vielen gut gemeinten Empfehlungen umgehen können. An Beispielen aus dem Sport und Alltag zeige ich, wie wir Prioritäten setzen, Entwicklung über längere Zeiträume betrachten und einzelnen Zielen mehr Raum geben können, ohne ständig alles gleichzeitig verbessern zu müssen.

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00:00:03: Herzlich willkommen zum Bewegungs- und Performance Podcast.

00:00:07: Dein Podcast für geschmeidigere Bewegungen, mehr Körperbewusstsein und verbesserte Performance.

00:00:13: Mein Name ist Lars Habermacher und ich freue mich heute dabei zu haben!

00:00:17: Wir bekommen täglich Empfehlungen, was wir machen sollten.

00:00:21: Die Wissenschaft gibt uns neue Erkenntnisse und da gibt es immer wieder auch neue Studien, die gewisse Sachen aufzeigen wie wir uns verhalten oder ob das optimal wäre wenn man uns verhalten würde.

00:00:33: Ich habe mir ein paar Gedanken gemacht, wie dann eine perfekte Woche auf dem Papier aussehen könnte.

00:00:39: Das würde wahrscheinlich in der Richtung gehen von zwei bis drei Mal pro Woche Austoortraining, zwei bis dreimal pro Woche Krafttraining, regelmäßig Stretching, regelmässig Meditation.

00:00:49: Dazu Sporttraining und Wegkämpfe, Reisen, mindestens acht Stunden Schlaf, eine gesunde Ernährung, wenn möglich noch irgendetwas arbeiten oder studieren, den Haushalt- und Beziehungenpflege – ich sage das mit Partnerin und gleichzeitig auch noch mit Kollegen und Kolleginnen.

00:01:08: Einzelnen macht das alles sehr sinnvoll erschienen, aber zusammen ist es kaum veröppert machbar.

00:01:14: Und wir gemerkt haben wahrscheinlich auch, dass man das fast nicht anzubringen, alles um die Reihenhut zu bringen und bei gewissen wird es noch intensiver gerade wenn da noch Kinder sind oder je nachdem Leute zum Pflegen oder sonstige Umstände zukommen.

00:01:28: Trotzdem gemerkt hat mir immer wieder versucht alles unter den Huts packen und irgendwie durchzukommen.

00:01:34: Wahrscheinlich auch aus einer Angst etwas zu verpassen... Weil wir uns mit anderen vergleichen.

00:01:40: Und ich gebe Social Media, spielt da auch drin, weil man dort auch ständig sieht was die anderen machen und gleichzeitig auch ständig neue Empfehlungen bekommen.

00:01:48: Also dann kommt irgendwie ein neuer Trend auf, wo gewisse Athletinnen darauf aufspringen oder Weltstars, die etwas anpreisen.

00:01:57: Und schon sind wir – oder verwischen wir uns bei diesem Gedanken, dass wir hier mitmachen wollen Jede von diesen Empfehlungen wird zu einer zusätzlichen Verpflichtung, sodass es am Schluss eigentlich aus einer guten Idee oder einem guten Ansatz eher in Stress wird, das jetzt auch noch darin hinzubringen.

00:02:14: Das kann sich dann wie man einen Hamsterrad anfühlt, wo man gar nicht mehr draussen kommt.

00:02:19: und ganz wichtig finde ich... Wir haben einfach nur begrenzte Zeit, wir haben nur begranzt Aufmerksamkeit und auch unsere Erholung ist begrenzt.

00:02:28: Also wenn man den ganzen Tag als ein Glas vorstellt, irgendwann, wenn man da immer mehr innen kippelt, ist das Glas einfach voll und es überläuft aber es geht nicht mehr mehr ins Glas.

00:02:40: Und darum, weil eine Studie sagt dass es sinnvoll wäre heisst das nicht automatisch dass es jetzt gerade notwendig ist.

00:02:48: Vielleicht hast du selber schon so viele Sachen drin, dass es einfach nicht machbar ist für dich zusätzlich noch etwas dazu zu nehmen.

00:02:56: Und dann würde das eher ins Gegenteil gehen, also für dich ein Nachteil ist wenn du das zusätzlich nur dazu nimmst und je nachdem wie viel Sport du treibst, je nach dem wieviel Training das du hast, hast du dort auch gewisse Sachen schon abgedeckt die gar nicht mehr zusätzlich notwendig sind.

00:03:11: Darum musst du dir viel mehr die Frage stellen, was mir tatsächlich fehlt.

00:03:16: Welche zusätzliche Aufwand bringt mir willen nutzen?

00:03:21: Das ist etwas, das ich immer wieder aufbringe auch im Gespräch mit Athleten und Athletinnen.

00:03:25: Dass sie sich bewusster werden, was sie zusätzlich machen soll der maximale Nutzen haben.

00:03:30: Und dann merkt man oftmals, dass man gewisse Sachen auch wieder weglassen könnte.

00:03:37: Der ganze Ablauf hat auch schon ganz bekannte Leute gemacht.

00:03:42: Hier gibt es zum Beispiel Steve Jobs, die gewisse Ideen auf der Seite gelassen haben.

00:03:48: Er hatte extrem viele Ideen aber nur einen Bruchteil davon umgesetzt wurde.

00:03:52: Weil Steve Jobs sich bewusst war wenn er alles versucht auf einmal zu machen wird am Schluss nichts fertig sein.

00:03:59: und Der Roger Federer war z.B.

00:04:01: auch ein König von dem, der beispielsweise im Jahr die ganze Sandplatz-Saison in Rono Garros ausgeladen hat, weil er gesagt hat, er wolle langfristige Tennis spielen und langfristig erfolgreich sein können.

00:04:14: Was für ihn bedeutet, eine der grössten Tourniere auf den Welt zu opfern?

00:04:19: Grundsätzlich kann man das sagen, es sind kurzfristige Chancen, die gegen einen langfristigen Ziel abgewogen werden müssen.

00:04:26: Das müsstest du dir immer wieder überlegen!

00:04:29: Darum ist das Wegla, dann auch eine bewusste Entscheidung und nicht ein Verzicht oder etwas was du in diesem Sinn Opfer bist.

00:04:37: Wenn wir jetzt konkret auf ein Beispiel aus dem Athletik-Training kommen und uns mal an die ISOK Spieler in dieser Saison orientieren.

00:04:46: Die haben Eisstraining, sie haben sehr viel Spiel ungefähr jeden zweiten Tag ein Spiel.

00:04:51: Sie reisen viel, im Garten und eben wie gesagt haben eventuell noch Familien oder arbeiten und ein Studium wo sie sich irgendwie alles und rein Hut bringen müssen.

00:05:01: Gleichzeitig haben sie Wünsche.

00:05:03: Sie wollen zum Beispiel stärker werden.

00:05:05: Sie möchten schneller werden, sie wollen noch mehr Austour haben oder beweglicher sein.

00:05:09: Und da geht es zerstens darum die aktuellen Anforderungen unter größten Bedarf zu klären.

00:05:16: also was ist das?

00:05:18: Momentan die grösste Einschränkung ist.

00:05:21: Und was ist das, wo der Grösste Output bringen könnte oder die grössere Verbesserung?

00:05:26: Gleichzeitig wollen wir ja nicht etwas einbüssen.

00:05:30: Zum Beispiel wollen wir nicht schwächer werden auch wenn man sagt ich will beweglicher werden und da gibt es... Konzept, das nennt sich minimal effective dose.

00:05:38: Dass man versucht das Training so weit runter zu fahren wie möglich aber eben ohne dass wir einbussen hat in dieser Qualität.

00:05:46: Es gibt auch gewisse Studie wo man sich daran orientieren kann und die geben einen Hinweis wo man ungefähr könnte sein.

00:05:51: Aber wichtig ist das regelmässig zu überprüfen und regelmäßig auch dranbleiben Und auch zu reagieren wenn man gemerkt, dass sich zum Beispiel diese Kraft richtig entwickelt was nicht mehr erhaltend ist sondern dass etwas schwächer wird.

00:06:04: Und dann geht es darum, wenn man diese minimal-effektive Dose gefunden hat die Qualitäten, die man zusätzlich noch sucht aufzutrainieren ohne bei diesen anderen etwas zu verlieren.

00:06:16: Das kann auch bedeuten dass man gewisse Projekte auf den Sommer verschieben oder eben auf das Saisonende muss weil in der Saison einfach nicht Zeit hier ist und keine Sourcen da sind oder vielleicht auch nicht sinnvoll daran geschaffen werden kann.

00:06:30: Das können wir sich im Kopf behalten und sich dann im Sommer bewusst widmen.

00:06:35: Dann mache ich das Gefühl, mehr Fortschritte zu machen und riskiere weniger Verletzungen und auch weniger Einbußen in anderen Qualitäten, die für die Saison wichtig sind.

00:06:45: Ich glaube, jede Athletin hat hier sehr individuelle Ressourcen und sehr individuellen Anforderungen, was zusätzlich gebraucht wird.

00:06:54: Darum ist aus meiner Sicht auch ein individuelles Atletik-Training auf dem höchsten Level nicht ein Nice to have sondern ein absolutes Must Weil das Niveau ist so unglaublich hoch in vielen Sportarten, dass man aus meiner Sicht früher oder später nicht mehr darum umkommt, gezielt an seinen eigenen Schwächen und Stärken weiterzuarbeiten.

00:07:13: Wenn wir das so anschauen können, führt es oftmals dazu, dass es auch etwas Druck herausnimmt.

00:07:18: Und ich glaube, das ist fast der wichtigste Punkt, den ich dir heute mitgeben möchte.

00:07:22: Du musst nicht alles jetzt, heute und sofort erledigen.

00:07:26: Mach dir lieber einen Plan wenn du was willst machen und versuch dann diesen Plan festzuhalten... oder passt dementsprechend an, falls du schon eine hast.

00:07:35: Jetzt wenn der Herbst kommt und den Winter, kommst du auch nicht auf die Idee wie im Sommer in Badie zu liegen und zündeln sondern suchst dir andere Alternativen.

00:07:44: das kann zum Beispiel sein dass du dir bewusst Ferien nimmst ein bisschen mehr im Süden oder dass du versuchst so ist irgendwie ja wär mitzukommen sagt es mit Sauna oder anderen Möglichkeiten.

00:07:53: und manchmal habe ich das Gefühl vergessen wir das ein wenig dass mir wer in dem Hamsterrad drin sind wo ich am Anfang beschrieben hab einfach alles versuchen zu optimieren, was schlussendlich dazu führt dass wir vielleicht gar nichts optimieren sondern uns einfach zusätzlich Stress machen.

00:08:09: Wenn du dir drei Fragen möchtest mitnehmen von heute dann könntest du dich zum Beispiel fragen Was ist für mich jetzt gerade am wichtigsten?

00:08:16: Was möchte ich währenddessen erhalten?

00:08:18: und vor allem auch was lache ich bewusst um mit gutem Gewissen weg?

00:08:22: wenn du das machst wirst du vielleicht etwas ruhiger schlafen ein bisschen weniger Stress haben und sogar etwas verbessern ohne dass du etwas gemerktest oder zusätzlich aufhand hast.

00:08:32: Ich hoffe, dass du was Spannendes von heute mitnehmen könntest.

00:08:34: Wünsch dir wie immer eine gute Woche!

00:08:36: Und freue mich wenn du auch das nächste Mal wieder einstellst bis bald.

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